Sonntag, 27. September 2009
Klettern am Fushan (Sa, 26.09.09)
Das Handy auf dem Nachtisch klingelte. Zwar recht zügig, doch eigentlich nur, weil es eine Art Reflex ist, ging ich ran. Eine zwar bekannte, jedoch ungewohnte Stimme sprach zu mir. Ich war nicht sofort in der Lage ihr eine Antwort auf ihre Frage zu geben.
Es war 11 Uhr und ich lag immer noch im Bett. Besser gesagt, ich bin gerade erst aufgewacht. Zu viel Alkohol und ein nach Hause kommen nach 4Uhr fordern nun mal ihren Tribut. Die anfangs nicht zuordenbare Stimme stellte sich als die Franks raus, dem Chef der Agentur, die mich hierher brachte. Er lud mich zum Klettern ein. Nach anfänglichem Zögern, weil ich nicht wusste, wie lange ich heute durchhalten könnte und weil ich eigentlich mal Chinesisch lernen sollte, willigte ich schließlich doch ein. Zusammen mit zwei Chinesen und einem deutschen Freund schlugen wir uns durch die verwucherten Pfade den Fushan hinauf. Das nächste Mal jedoch werde ich direkt an den Beginn de Pfades kommen und nicht wieder erst in die Stadt zum Treffpunkt fahren. Ich war so knapp in der Zeit, sodass ich das ganze Stück von der einen zur anderen Bushaltestelle joggen musste. Was an sich nicht so tragisch wäre, aber mit Flopflops tatsächlich eine Herausforderung darstellt. Doch da sind wir auch schon beim nächsten Punkt. Wieso trug ich Depp überhaupt Flipflops und keine festen Schuhe? Völlig geblendet von der Freude endlich mal wieder offene Schuhe tragen zu dürfen und mit dem Wissen, dass ich auf dem Berg Kletterschuhe erhalten würde, vergaß ich völlig den 30-45 minütigen Fußmarsch zur Kletterwand. Die zu laufenden Trampelpfade bescherten einem wahrliche Abenteurer-Romantik, mir aber lediglich Kopfzerbrechen. Der Schritt musste noch viel bedachter als eh schon gesetzt werden, wenn ich meine Füße und Schuhe heil hoch und runter bringen wollte. Zu allem Überfluss, kam ich mir anfangs noch völlig fehl am Platz vor. Die Kletterrouten waren sehr anspruchsvoll, meine Begleiter jedoch recht ER- und ich völlig UNerfahren. Aber ich schlug mich am Ende recht gut und erreichte mehr, als ich anfangs dachte. Klettern ist ein schönes Gefühl, wenn man denkt, man könnte nicht weiter, man dann nur durch ein kleines Verrücken eines Beines eine neue Ausgangslage erreicht und es auf einmal total einfach ist weiterzuklettern. Oder wenn man nach dem Besteigen vor lauter Überanstrengung die Hände nicht mehr zusammendrücken kann und die Unterarme noch 10min danach der Durchblutung wegen warm pulsieren. Glücklicherweise war außer mir noch ein Mädel in meinem Alter anwesend, die noch wenig Erfahrung hatte und mich somit etwas besser dastehen ließ. Nachdem wir alle erschöpft und teilweise vom Wind durchgefroren waren, begannen wir den Abstieg, vor dem ich mich am meisten fürchtete. Wie kann man nur so dumm sein und bei einer Bergbesteigung Flipflops tragen. Es war wirklich nicht einfach, aber ich kein einziges Mal ausgerutscht und habe von dem Trip außer kleineren Wunden und dreckigen Füßen keine weiteren Schäden erhalten.

Pfad Meine_Tour
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Freitag, 25. September 2009
Chinas Geburtstag Teil 1 (Fr, 25.09.09)
Am 1. Oktober 2009 ist es soweit: der Geburtstag der Volksrepublik China (ja nicht zu verwechseln mit der Republik China, die ihr auf Taiwan findet ;) jährt sich zum 60sten Mal. Dass so ein Ereignis gebührend gefeiert werden muss, das versteht sich von selbst. Doch das muss man den Chinesen nicht sagen. Deswegen werden überall im Land Vorbereitungen getroffen und die Städte geschmückt. In Qingdao sind das große, aus Blumen zu scheinen bestehende, Tafeln. Außerdem wurden an jeder zweiten Laterne von größeren Straßen jeweils zwei Nationalflaggen errichtet. Und an wirklich jeder Laterne, und das nicht nur von den ganz großen Straßen, Schilder mit folgender, pittoresker Aufschrift: Lang lebe die großartige Volksrepublik China! Das andere Schild, das immer daneben hängt muss ich noch übersetzen ;-).
Wird abzuwarten sein, was noch so alles in der Zeit passiert. Die Feiertage beginnen am 01.10. und gehen eine Woche. In dieser auch „Goldenen Woche“ genannten Zeit haben irgendwie ALLE frei. Dementsprechend überfüllt ist jeder Ort, der irgendwie lohnenswert zum Anschauen sein soll. Man erinnere sich an die Woche als ich das erste Mal in China war. *apathisch-und-zitternd-daran-zurück-erinner* ;-)
Was genau ich/wir dort machen werden, ist noch nicht klar. Einfach in Qingdao zu bleiben ist auch zu schade, wenn man schon mal mehrere Tage am Stück frei hat. Werde euch auf dem Laufenden halten.
Oh mein Gott, es ist ja schon so spät! Ich muss in ner halben Stunde in der Stadt sein. Treffe mich dort zum Essen mit paar Mädels, die morgen das Land wieder verlassen werden. Das schaff ich ja nie, außerdem bin ich noch gar nicht hungrig. Aber was essen muss ich, bevor ich mich nachher zum Tanzen treff. Der Tim, ein weiterer ungarischer Mitbewohner und ich treffen uns mit dreien von der nigerianischen Marine. Einen davon hab ich beim Kaffee trinken kennen gelernt. Die haben ein bilaterales Abkommen mit China und nun sind sie hier auf einer viermonatigen Fortbildung. Aber Weggehen bedeutet erstmal wieder, bevor wir einen Club betreten, ne Flasche Baijiu zu leeren (man erinnere sich: Baijiu = 60% meist eklig schmeckender Schnaps). Dabei haben wir zur Freude des Lebens erst gestern um 18Uhr eine gekippt, damit der Film Waynes World noch lustiger wird ^^. Naja, was tut man nicht alles. Man hat’s halt nicht leicht. Aber was mach ich nun? Mich beeilen oder absagen? Da ich mich aber eh um 21Uhr mit den anderen treffe, werd ich mich wohl beeilen und rüberfahren. Was bedeutet, dass hier nun Schluss mit Schreiben ist. Habt eh schon genug von meinem Nonsense gelesen =).

Machts gut und wünscht mir Glück,
Stefan

PS: Zum Glück gehn wir heute Abend und nicht morgen weg. Hab heute auf der Arbeit erfahren, dass wir am So arbeiten müssen -_-



Von Straßennamen, Roten Wellen und Fahrrädern (Fr, 25.09.09)
Kann mir mal jemand erklären, weswegen es mehrere Haltestellen mit demselben Namen gibt? Klar, sie liegen an derselben Straße, aber an völlig unterschiedlichen Enden. Wie soll man denn dann das eh schon so komplizierte Busnetz verstehen, wenn man somit nicht einmal mehr so ohne weiteres nachprüfen kann, ob es eine andere Linie gibt, die an derselben Station vorbei kommt. *kopfschüttel* , ich muss mal bei Gelegenheit so einen Fahrplan euch zeigen, damit ihr die Schwierigkeit leichter nachvollziehen könnt. Deswegen kam ich dem letzt auch zu spät zu einem Treffen. Ich war schon zu spät dran und war deswegen froh darüber, dass gerade ein Bus kam, in dem ich noch nie saß, der aber zufällig an derselben Station vorbeikommt. Dummerweise bog der Bus an der nächsten Kreuzung rechts ab, anstatt noch einen Kilometer nach unten zu fahren. Dummerweise hielt er dann auch schon wieder an der nächsten Parallelstraße, wodurch ich vielleicht 5min von meinem Haus entfernt war und den Rest nach unten laufen durfte, was eine halbe Stunde benötigte.
Aber es gibt auch Gutes zu berichten vom chinesischen Straßenverkehr, wenn man das verwirrende jedoch super ausgebaute und alle Teile miteinander verbindende) öffentliche Verkehrsnetz, die zum Teil mega überfüllten Straßen (aber jeder will nun mal irgendwann den Luxus Auto genießen) und die Gittersperren in der Mitte (die nur an wenigen Zebrastreifen und Kreuzungen unterbrochen sind, über die man aber mit etwas Geschick springen kann) vergisst. Aber eigentlich ist es von Grund auf weder schlecht noch gut, sondern kommt auf das Temperament des Fahrers an. Ich spreche von roten Ampeln. Ich bin nun schon mehrere Male nachts von der Innenstadt mit dem Taxi nach Hause gefahren. Normalerweise zahle ich für die 10km ca. 23RMB, aber manchmal auch 33RMB. In Deutschland gibt es die Grüne Welle, in China die Rote Welle. Es gab Abende, an denen wir fast an jeder Ampel standen, und das manchmal ne ganze Minute lang (in China gibt’s ja oft runter zählende Zahlen an den Ampeln). Wäre ja auch sinnvoll, wenn andere Autos passieren würden oder die Kreuzungen klein und uneinsichtig wären, aber das ist in meinem Außenbezirk nicht der Fall, weswegen andere Wagen oder vollbeladene LKWs ungebremst über die Kreuzung rasen oder einen leichten Schlenker in die Seitenstraße machen, um hinter auf der eigentlichen Strecke weiterzufahren. Vor ein paar Tagen hatte ich dann endlich das Glück einen Taxifahrer zu erwischen der die zweite Methode beherrschte und anwandte. Somit war ich schneller zu Hause und musste nicht traurig mit ansehen wie der Taxameter während dem Warten an der Ampel steigt. Ich überlege sogar schon beim Einsteigen die Fahrer zu fragen, ob sie an roten Ampeln halten oder nicht ^^.

Die Frage ob ich mir ein Fahrrad besorgen soll oder nicht, habe ich mehr oder weniger abgehakt. Zwar stehe ich gerade einem super Angebot gegenüber, durch das ich ein neues Mountainbike, gefedert, für nur 200.- anstatt 500RMB erhalten könnte. Alles schön und recht, aber man braucht Ziele, bevor man sich ein Fahrrad zulegt. Und die einzigen Ziele, die ich hier in der Nähe hätte, sind der Kindergarten und vielleicht noch das Meer. ALLES andere liegt außerhalb bequemer Reichweite oder ist nicht vorhanden (wie ein Park oder so). Zudem ist hier alles sehr hügelig und ich kann für nur 10 oder 20ct mit dem Bus fahren, der in meiner Ecke hier auch nicht so ekelig überfüllt ist. Außerdem ist die Strecke zum Kindergarten nicht ganz so klein. Wenn ich sie mit dem Fahrrad zurücklegen wollte, müsste ich weit früher als 7Uhr aufstehen und das ist schlicht und ergreifend ein Todschlag-Argument. Es siegt also wieder einmal die Faulheit...hey, gar nicht wahr! Meine Argumente sind echt gut! Und zusätzlich brauch ich nun nach der Zeit hier keinen Käufer finden, der mir das Fahrrad abkauft. So und nun Ruhe, ich will nichts mehr darüber hören. Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung und ich schloss sie nicht, weil ich nur zu faul bin!



Montag, 21. September 2009
Laoshan Gebirge – Idylle in unmittelbarer Nähe (Sa, 20.09.09)
Weil Josefine morgen nach Nanjing weiterfahren wird und wir durch die große Entfernung von Nanjing zum Taishan diesen Ausflug nicht gemeinsam machen werden, fuhren wir stattdessen heute auf in das Laoshan Gebirge 崂山. Einer seiner Gipfel ist 1133m hoch. Besonders berühmt ist das Gebirge besonders durch seine enge Verbindung zum Daoismus, einer 2400 Jahre alten chinesischen Philosophie und wegen des „ersten“ chinesischen Kaisers Qinshi Huangdi. Dieser soll in dieses Gebiet während seiner Suche nach dem Elixier der Unsterblichkeit in dieses Gebiet gereist sein. Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Die Landschaft und die Steinformationen sind so schön anzusehen. Vor allem der Kontrast zwischen den Bergen und dem Meer macht dieses Gebirge nochmal extra interessant. Leider lag über der See dichter Nebel, weswegen man es nie blau schimmern sah.
Nachdem ich versucht habe herauszufinden, mit welchen Bussen wir in das Gebiet fahren können und welche Route wir nehmen, konnten wir am Ende natürlich doch nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Ende fahren. Bevor das ganze Gebiet anfing, sahen wir uns auf einem großen Busparkplatz wieder, an dem wir ein Ticket zur Weiterfahrt für 30RMB kaufen mussten und gleichzeitig die Eintrittskarte für 70RMB. Ruckzuck waren wir also 10EUR los. Für meinen nächsten Ausflug muss ich eine neue Lösung finden.
Im Gebiet angekommen und nachdem wir uns mit Wasser und etwas zu essen versorgt haben, ging es die perfekt montierten Wanderwege entlang. Die gesamte Strecke wurde mit dicken Granitsteinen verlegt, die eine bequeme Bewerkstelligung des Pfades möglich machte. Doch so schön die Natur auch sein mag, am Anfang war das Bild wie an allen chinesischen Touristen-Orten von tausenden (zumindest gefühlte 1000) Souvenirständen. Eine endlos erscheinende Reihe von Zelten, die alle mehr oder weniger dasselbe anboten. Lediglich unterbrochen von Männern, die anboten einen auf einer Bahre die Treppen hochzutragen. Als wir diesen Bereich hinter uns ließen, verschwanden auch seltsamerweise die Scharen von Touristen. Nach etwa einem Sechstel der Strecke war es angenehm ruhig und wir konnten die Natur tatsächlich ohne Ablenkungen genießen. Diese Stille wurde lediglich von meinem quietschenden Rucksack und den Leuten, die Tee und andere Lebensmittel anbieten, unterbrochen. Immer mal wieder gibt es jemanden, der seine Ware anbietet. Aber das kann ja auch nützlich sein und außerdem gibt es China keine VÖLLIGE Einsamkeit ;-). Ja, aber nun zu meinem Rucksack. Für teures Geld hab ich mir den während meines letzten Chinaaufenthaltes besorgt, originale Vaude Ware und ich erinner mich auch nicht, dass er jemals Geräusche von sich gab. Wieso also quietscht er nun auf einmal bei jedem Schritt, ja sogar beim Ein- und Ausatmen!! Wenigstens könne meine neuen Wanderschuhe alles (Wasserdichtheit an Bachlauf getestet).
Der Tag war auf alle Fälle wundervoll, das Wetter ideal und als Abschluss fanden wir auf dem Rückweg (den es auf der Karte nicht mehr gab und der deswegen auch ungepflegt und leicht überwuchert war) ein altes Ehepaar, das ein kleines Teefeld betrieb, auf dem man gleichzeitig ihren Tee trinken und kaufen konnte. Laoshan Tee gilt als regionale Spezialität, weswegen man auch rund auf den Berghängen Teefelder angelegt sind. Ungleich besser als an allen Gelegenheiten, die wir vorher geboten bekamen, tranken wir also in einem Teefeld sitzend Tee von einem alten, buckligen Chinesen. In China trinkt man nicht mit Beuteln, sondern nur mit den Kräutern an sich. Die kommen in die Kanne und werden so lange mit neuem Wasser begossen, bis sie keinen Geschmack mehr hergeben. Dementsprechend wurden wir von dem alten Greis „abgefüllt“. Der Teestand meines kleinen Tässchens erreichte nicht ein Mal den Boden, weil es stetig wieder aufgefüllt wurde. Die dementsprechend überfüllte Blase war erst später ein Thema ;-).
Zurück zum Ausgangspunkt ging es wieder mit Bussen, in die wir aber nur einsteigen konnten, in dem wir bei einem trampten. Die eigentliche Bushaltestelle wäre 1h Fußmarsch entfernt gewesen. Ein Glück, dass so was hier nicht so ein Problem wie in Deutschland ist.

Den Abend verbrachte ich in der Jugendherberge von Josefine, in dessen Bar zufällig der Monatsabend meiner Praktikums-Organisation stattfand. Dort treffen sich alle, die etwas mit der Organisation zu tun haben. Habe dort auch neue, nette Leute kennen gelernt. Vielleicht eine Chinesin, die mir Kalligraphie beibringen kann und natürlich weitere Horrorgeschichten bezüglich der Familien und der Scheinheiligkeit der Agenturs-Mitarbeiter. Das Hauptproblem scheint nachwievor zu sein, dass die Agentur mit Sprachunterricht für die chinesischen Kinder wirbt, die Studenten davon aber nichts wissen und dass das Geld, dass man für die Familie bezahlt hat, deswegen nicht an die Familie weitergeleitet wird. Schließlich würde man dort „arbeiten“, laut dem Deal. Toitoitoi, das kann ich nur wiederholen, dass ich niemals auf diese Leute angewiesen bin und dass meine Familie so super bleibt wie bisher! Und falls ich doch mal auf die Agentur angewiesen bin, bringt es vielleicht etwas, dass ich mich mit dem Chef gerade etwas gut stell. Er geht regelmäßig klettern, was ich auch gerne mal machen würde. Deswegen habe ich mit ihm schon ausgemacht, dass ich das nächste Mal mitkomme. Somit bekomme ich die Chance Sport zu treiben und stelle vielleicht eine bessere Beziehung zu ihm her als der Rest der Praktikanten. Vielleicht würde ich dann nicht so schlecht behandelt werden? Wobei ich ja persönlich bisher nur gute Erfahrungen machte und mich immer sehr nett mit den Leuten unterhalten habe.

Das erste Bild zeigt übrigens einen Ausflug in den Park des Alten Steinmannes. Sehr schön dort und nur 20min von mir entfernt! An manchen Stellen des Parkes hörte man sogar nicht mehr die laut schallende Musik, die aus Lautsprechern am Eingangsbereich dröhnte. Wenige Augenblicke, in denen man sich tatsächlich wie in der Natur fühlte.

Shilaoren TEXT
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Wanderschuhe, Jacke und Haarspray
Fragt mich nicht, aber ich kann mein Jäckchen immer noch nicht finden. Doch langsam gibt es Tage mit Temperaturen, an denen man nicht nur mit einem T-shirt bekleidet den Tag verbringen möchte. Somit werde ich gezwungen sein eine neue Jacke zu kaufen, außer ich trage immer meine Trekking-Jacke, was modisch wohl ein Griff ins Klo gleicht.
Um beim Thema Mode zu bleiben. Damit ich in der Welt da draußen glänzen und die Gemüter vor Neid erblassen lassen kann, pflege ich mein Haar und style es mit den Errungenschaften der westlichen Hairstyling Industrie. Als krönender Abschluss einer jeden In-Form-Bringungs-Aktion im Bad, wird Haarspray oder besser –lack in das fertig gestylte Haar gesprüht. Da ich wusste, dass es in westlichen Ketten in China nahezu alle Produkte verfügbar sind, nahm ich aus Deutschland nur eine kleine Dose Haarlack mit. Diese ist nun seit gut einer Woche leer und Nachschub ist noch nicht in Sicht. In chinesischen Geschäften einfach nicht existent, fand ich aber auch im Carrefour (Jialefu) nicht meine gewünschte Ware. Lediglich Haargel hätte ich mir kaufen können. Das alles bedeutet, dass mein „Glänzen“ in der Welt stark an Glorie verloren hat und ich nun lediglich Wall-Mart als meine letzte Chance ansehe, zu dem ich mal gehen sollte, der aber recht weit weg ist.

Lange, lange habe ich gesucht und am Ende mehr oder weniger gefunden: ich bin Besitzer von Wanderschuhen der Marke Jack Wolfskin. Da ich nur große und sehr steife Wanderschuhe besitze (die qualitativ zwar top sind, mit denen ich aber unglaubliche Knieschmerzen bekomme), wollte ich mir halbhohe, wasserdichte Wanderschuhe kaufen, die ausreichend federn und trotzdem so fest sind, damit ich mit ihnen mit Gepäck über Geröll auf einem Berg wandern kann. Gefunden habe ich sie nun, aber es war ein weiter Weg. Das Problem war, dass die Schuhe nicht günstiger als in Deutschland sind, außer es wird gerade eine mega-super-tolle Rabattaktion gestartet. Diese kann man aber nicht voraussehen. Anfangs gabs sie auch nicht, aber auch China ist Verlass. Das Mykal Department Store (ein 7-stöckiger Komplex mit verschiedensten Marken dieser Welt) feierte dritten Geburtstag und bot Rabatte von 20-60%. Somit entschied ich mich am Ende gegen GoreTex Schuhe und Schuhe unbekannter Trekking-Marken für Jack Wolfskin wegen dem preislichen Unterschied, der möglichen Garantie in Deutschland und weil die Wasserdichtheit, nach Recherchen von mir, angemessen zu sein scheint. Ich hoffe, ich werde nicht enttäuscht. 62Eur zahlte ich nun, anstatt 90.- .