Viele, viele Abreisen (Do, 10.12.09)
Der Tag der großen Abreisen stand an. Andi fuhr schon am Morgen zum Flughafen, Franzi und Chris erst am späten Nachmittag. Die Zeit bis dahin verbrachten wir mit einem Spaziergang zu einem Park, essen und rumgammeln. Die Müdigkeit machte sich vor allem in der Gereiztheit der Leute bemerkbar, die ihren Höhepunkt beim Packen der Koffer fand. Hildes Schwester war nicht sonderlich erfreut über die Menge, die Hilde ihnen an Gepäck mitgeben wollte. Nun sind aber alle weg und wir beide übrig gebliebenen so erschossen, sodass wir schon um 21Uhr im Bett lagen.

Der Freitag begann mit meiner am meisten verhassten Tätigkeit in China: Tickets kaufen! Obwohl es schon sooooo viel leichter und angenehmer wurde, seitdem ich etwas Chinesisch kann, ist es immernoch brutal nervig eine Stunde in der lauten Tickethalle zu stehen und sich dabei über mega dreiste vordrängelnde Chinesen zu ärger. Schamlos wird dabei über die Ballustraden vor den Schaltern gesprungen, was sich aber nicht alle gefallen lassen und die Drängler zT. mit Zerren, Reißen und bösen Gesichtern wieder hinausschmeißén. Selbst ich musste einmal jemanden zurechtweisen, weil er sich vor mich stellen wollte. Aber ich bin ja nicht dumm und hab vorher schnell einen passenden Satz auswendig gelernt ;). Richtig erleuchtend war hingegen die Kenntnissnahme einer großen Leuchttafel über den Schaltern, die schon genaustens darüber Auskunft gab, wieviele Tickets es noch in den verschiedenen Kategorien gibt. Dadurch ist man weniger auf die gestresste Frau hinter der Scheibe angewiesen ^^.
Als diese Hürde genommen war, konnten wir unseren Tag in Kunming ausgiebig und planlos genießen. Lediglich ein Trekkinggeschäft war fester Bezugspunkt, weil ich mir eine kürzbare Trekkinghose gekauft habe. Denn ich hab erkannt, dass eine Jeans für Rucksacktouren einfach zu unpraktisch ist. Nicht nur, dass sie schwer ist. Außerdem würde sie ewig nicht trocknen, wenn man sie mal waschen muss. Durch einen Chinesen, habe ich von einer Marke erfahren, die früher für große Marken wie "The Northface" produziert hat, aber in China und eigenem Namen vertreibt. Die Qualität scheint super zu sein und der Preis mit 230RMB top. Nun muss sie sich nur noch im Feld beweise1n. Während der Suche fand ich zudem einen ultra kleinen und leichten Regenschirm. Normalerweise sind diese kleinen, zusammensteckbaren Schirme einfach Schrott und gehen beim ersten stärkeren Wind kaputt. Doch praktisch sind se schon. 160RMB für einen Regenschirm aus einem Trekkingladen, der laut Verkäufer nicht kaputt gehen soll...ich möchte ihm glauben. Aber wehe wenn doch!!

Der Sa auf dem Xi Shan, einem Erholungsgebiet am Rande eines Sees außerhalb Kunmings, war ein Reinfall. Auf der Karte erschien es, als würde man ständig mit Seeblick zu einer Sehenswürdigkeit zur nächsten laufen. In wahrheit liefen wir die ersten drei Viertel ständig an der Straße und atmeten das Abgas der vorbeifahrenden Autos ein. Und den See sahen wir auch nur hin und wieder. 2km vor Ende, von wo man auch wieder hätte Eintritt zahlen müssen, gaben wir auf und ließen die Massen an Menschen und Verkaufsstände hinter uns, um die restliche Zeit bis zur Abfahrt nach Dali im Hostel zu verbringen. Nur noch auf dem Weg dorthin erlebten wir etwas lustiges. Ich war dabei mir einen frisch gepressten Melonensaft zu kaufen, als auf einmal ein Mädel aus dem Hinterzimmer kam und schnell die Straße hochflitzte. "Häh, was macht sie denn, sind denen die Melonen ausgegangen sein?", witzelten wir. Umso lustiger war es, als das kleine Mädchen wirklich mit einer dicken, grünen Melone im Arme zurückrannte. Das arme Ding, hätten sie einfach was gesagt, dann hätte ich halt eine andere Frucht genommen ^^.

Bilder:

Bild 1 und 2: Nachtrag Reisterassen
Bild 3: Ein Dorf im gleichen Gebiet

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