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Dienstag, 29. Dezember 2009
Anreise Hong Kong (Di,29.12.09)
Nach einer endlos' lang erscheinenden Nacht sind wir nun bei unserem Freund Johannes in Hong Kong angelangt. Unsere Anreise war lang, teuer und wäre beinahe in einer Katastrophe gemündet. Um eine lange Busfahrt uns zu ersparen und weil das Angebot zu verlockend schien, flogen wir um 0:20Uhr von Haikou nach Shenzhen für 28Eur inkl. Steuern. Wir holten unser zurückgelassenes Gepäck in unserem kleinen Hotel ab, packten im Hostel daneben die Sachen um und machten uns auf zum ruhig und verlassend wirkenden Flughafen. Eigentlich sollten wir schon um 23:40 fliegen, aber wir wurden (warum auch immer) umgebucht. Nun hatte der Flieger aber auch noch 50min Verspätung, die wir jedoch mit kostenlosen Cup Nudeln und Bohnen Porridge recht gut überbrückten. Mitten in der Nacht kamen wir in Shenzhen an und hatten natürlich keine Möglichkeit mehr mit einem öffentlichen Bus nach Hong Kong zu kommen. Shenzhen ist die nächstgelegene Stadt auf der chinesischen Festlandseite und ist im Grunde eine Wirtschafts- und Industriestadt, die vor 25 Jahren aus dem Nichts erschaffen wurde. Dementsprechend teuer wurde die 30km Taxifahrt zum Grenzübergang, währenddessen wir das Taxometer schier im sekundentakt nach oben schnellen sehen konnten. Unsere letzten Reste an Renminbi waren danach aufgebraucht und genau das war unser Verhängnis. Mitten im Niemandsland, als wir die weiteren Bustickets nach Hong Kong selbst kaufen wollten, bemerkten wir, dass wir kein Geld mehr hatten. Die Wechselstube hatte aber schon geschlossen und durch übelste und schlechteste Fehlplanung überhaupt (meiner Meinung nach), gibt es keine Bank oder Automaten im Grenzübergang und somit auch keine Möglichkeit irgendwie an Geld zu gelangen. Na super, was können wir nun machen? Es war 2Uhr nachts, als wir unsere Taschen und Hosen nach Yuan-Resten durchforsteten und immer hoffnungsloser wurden. Ich war gerade dabei mit der Ticketkontrolleurin zu reden, ob ich nicht andere Gäste, die zur selben Station fuhren, nach Geld fragen dürfte, um es ihnen nach dem Aussteigen sofort wieder zu geben (aber die dumme Kuh verwehrte mir meine Idee), als ein älterer, chinesischer Mann sich von der Seite anmeldete, einen dicken Bündel Geld aus der Tasche zog und mir die benötigten 100HKD (Hong Kong Dollar - entspricht ca. 10EUR) in die Hand drückte. Nur diesem netten und selbstlosen Mann war es zu verdanken, dass wir doch noch nach Hong Kong kommen konnten. Er brachte uns sogar noch zu einer Bank (wodurch ich ihm das Geld zurückgeben konnte) UND ersparte uns die Fahrt mit den Öffentlichen, in dem er uns direkt zum Studentenheim unseres Freundes brachte. Um 5Uhr oder so lagen wir in unserem Bett.



Insel Hainan (Mi,23.12. - Mo,28.12.09)
Nun scheint die Zeit wie im Fluge zu vergehen und der Abschnitt Hainan ist auch wieder abgeschlossen. Doch gelohnt hat es sich alle Mal: Sommer, Sonne, Parties. So kann man unseren Aufenthalt zusammenfassen. In Haikou, der größten Stadt der Insel, blieben wir nur eine Nacht, bevor wir mit dem Bus zur südlichsten Stadt fuhren - Sanya. Diese Busfahrt war auch gleichzeitig der dominierende Part unseres Weihnachten. Obwohl wir den Expressbus mit 3h nehmen wollten, saßen wir irgendwie im normalen Bus, der 5h für die Strecke benötigte. 5h nervige Stunden, in denen wir von chinesischer Schnulzenmusik gequält wurden. Weil Karaoke-CDs mit Liedern aus den 90ern (zumindest lässt deren Qualität und Kleidungsstil keinen anderen Schluss zu), die zu 97% gleich klingen, ja soo toll sind, muss man die Lautstärke soweit aufdrehen, sodass man selbst mit eigenem MP3-Player nicht in der Lage ist das Gejaule zu übertönen.
Genächstigt haben wir in einem kleinen, zwei Zimmer habenden Hotel inmitten der Fressstraßen. Bis auf den Strand, lagen alle wichtigen Sachen (Märkte, Diskos) in Laufreichweite. Unser Weihnachtsessen bestand demnach aus einem gemütlichen Straßen-BBQ in unserem Viertel. Obwohl wir uns für Weihnachten mords viel und spannendes vorgenommen hatten, war es letztendlich nicht anders als jeder andere gemütliche Tag unseres Urlaubs. Aus Zeitgründen waren wir nicht mal in der Lage uns gegenseitig Geschenke zu besorgen. Doch mich störte es, ehrlich gesagt, nicht. Man kommt in China nicht in Weihnachtsstimmung. Und wenn man nicht hin und wieder den Schmuck der Käufhäuser, die den Weihnachtsboom als Vermarktungsstrategie benutzen, sehen würde, würde man es völlig vergessen, dass gerade Weihnachten ist. Denn alles, was man mit Weihnachten verbindet und kennt, also Schnee, Kälte, Lichter, Weihnachtsmärkte etc, fehlt in China. Nur wenn man sich zwingt und in Gedanken verfängt könnte man sentimental werden und sich nach Hause sehnen. Ansonsten ist es einfach so, als würde Weihnachten ausfallen. Was aber nicht bedeutet, dass wir Weihnachten in Deutschland nicht nachholen würden: Plätchen, Stollen, Glühwein und Weihnachtslieder. Also einfach die Faktoren, die das "wahre" Weihnachten ausmachen ;). Und alles im Sonderangebot, weil die Supermärkte die Restbestände loswerden wollen. Also perfektes Weihnachten für Schwaben ^^.

Obwohl sich Sanya (welches sich als touristischte und partyreichste Stadt rühmt) definitiv nicht wegen den Partys lohnt, schafften wir es dennoch nicht mehr von der Insel zu sehen. Wir planten zwar im Voraus Wandern zu gehen und die Natur zu genießen, aber in China sind die Strecken gleich immer so lang, dass man es sich zwei Mal überlegt. Deswegen schafften wir uns nicht aufzuraffen, gingen dagegen jeden Abend in die Diskotheken und versuchten zu tanzen. Das Problem chinesischer Diskos ist, dass sie oft keine Tanzfläche besitzen, sondern nur Tische und Sitznieschen, an denen kleine Grüppchen Würfelspiele zocken. Die Musik ist außerdem nicht die, die wir uns erhofften und wurde in Sanya regelmäßig von echten Sängern oder Leuten, die zu seltsamen Spielen aufforderten ergänzt. Das eine, große Partyviertel in Sanya berherbigt zwar über 10 Clubs, aber bis auf die Namen sind sie alle gleich. Selbst die Einrichtung, insbesondere die Kronleuchter, stammen definitiv vom selben Lieferanten. Zwar alles schön anzusehen, aber Auswahl gab es somit keine. Dabei wollten wir doch einfach nur eine kleine Tanzfläche haben, nichts besonderes also. Ein einziger Club hatte kleine Flächen, in denen auch meistens ein paar Chinesen mit den Hüften wackelten. Und obwohl wir immer wieder andere Lokalitäten besuchten, landeten wir am Ende immer wieder in der Bar 88.
Am Strand selbst, der super schön und sauber ist, gibt es zwar auch einen Barstreifen, mit Sitzgelegenheiten, Bühnen und Livebands - also von der Idee und Umsetzung eigentlich super, aber selbst an einem Freitag Abend war dort nichts los. Nur vereinzelnd ein paar Grüppchen, die gemütlich etwas aßen.

Irgenwie kommt es mir im Nachhinein immer erbärmlicher vor, wie wenig wir gemacht haben, obwohl es mir während des Aufenthaltes nicht so wenig vorkam. Obwohl der Strand und das Meer richtig klasse waren, schafften wir es nur ein einziges Mal dort hin. Das Mal hatte es jedoch in sich. Am ersten Abend lernten wir einen Deutschen und eine Chinesin kennen, die in Beijing arbeiteten und Urlaub im Crown Plaza Sanya machten (5 Sterne Hotel, nebenbei erwähnt). Weit draußen, im Stadtteil Yalong Bay, befinden sich diese mega großen und schicken Hotelkomplexe, die alle ihre eigenen Strände besitzen. Um nicht vor dem Betreten des Strandes überprüft zu werden, liefen wir einfach ein Gebäude weiter vorne auf den perfekten, feinsandigen Strand und wanderten in den Privat-Bereich des Crown Plaza. Kostenlose Handtücher, Holzliegen und -Schirme und Polster, die wir in den Sand trugen und dort das Leben genossen. Ein rundum perfektes Badeerlebnis!

Joa, mehr war eigentlich nicht. Partys müssen nicht unbedingt wieder sein, es gibt noch genügend Orte, die einen Wiederbesuch lohnen ließen und wir lernten zwei sehr nette Leute kennen, die wir gerne wieder treffen würden.