Freitag, 18. Dezember 2009
Kurzer Zwischenstop in Kunming (16.12.09)
Nach einer weiteren Nachtzugfahrt sind wir wieder zurück in Kunming, von wo wir heute abend aus gleich weiter nach Jinghong fahren werden.


Die letzten Tage in Dali waren noch sehr erholsam. Umgezogen sind wir am Ende doch nicht mehr, da unsere Betten mega bequem waren (oft sind die Matratzen sehr hart) und weil wir kein Bock auf den Stress hatten. Die einzige Tücke daran war, dass wir dadurch unsere Notdurft auf einen Cafebesuch verschieben mussten, um nicht unnötig in den Schweinestall zu müssen.
Obwohl wir am zweiten Tag uns einen größeren Ausflug zum Ziel gemacht hatten, versumpften wir am Ende doch nur wieder in den gemütlichen und perfekt ausgestatteten Cafes. Frühstück in dem einen, Hamburger im zweiten, Spaziergang, frisch gespresster Melonensaft, wieder spazieren und Abendessen in einem weiteren Cafe. Währenddessen kann man kostenlos im Internet surfen oder lesen. Was für ein Leben. Am letzten Tag schafften wir es aber doch zum See zu fahren. Obwohl wir Angst hatten wieder nicht von der Stelle zu kommen, denn zufälligerweise trafen wir wieder die zwei Österreicher zum Frühstück. Zwar schafften wir es wirklich uns von den Cafes loszureißen, aber die Zeit war dann doch wieder so knapp, sodass wir nicht mit dem Fahrrad ins 18km entfernte Xizhou fahren konnten, sondern nur mit dem Bus. Wir sind halt Pfeifen =). Aber zu unserer Verteidigung: Die hosteleigenene Fahrräder sind auch alle Schrott. Ich fand kein einziges Rad, bei dem beide Bremsen funktionierten und die Bremsbacken nicht abgefahren waren. Zudem eignet sich die autolastige Straße nicht wirklich zum gemütlichen Radausflug.
Doch der Spaziergang zum See war super. Ein gemütliches Dorf, ohne Touristentrubel, in dem wir die Architektur und die Fischweiher der Bai betrachten konnten. Vor allem das viele Grün und die Ruhe war den Ausflug wert.


Abschießend kann ich Dali nur empfehlen, wobei wir gehört haben, dass die Landschaft um Lijiang schöner sein soll. Dafür dauert die Anreise länger. Achja...und unsere Drogenomis. Es verging kein Tag, an dem wir nicht mehrmals von einer dieser Frauen angesprochen wurden. Die Masche ist immer gleich. Dauergrinsendes Heranschweben, Herüberlehnen, dann direktes fragen oder erst das Zeigen ihrer Tarnung (Haarbroschen, Ketten). Bei Verneinung ziehen sie in selbig grinsender Weise wieder von dannen. Durch die Menge der verschiedenen Frauen, schlussfolgerten wir, dass das eine ganze Gang sein muss. Organisiert, alle im selben Alter und auschließlich weiblich. Was lernen wir daraus? Alte Bai-Tracht tragende Frauen sind Drogendealer.


Eine Lösung für Hildes Visaproblem fanden wir noch nicht. Unser Problem ist, dass ihr Visa am 26.12 abläuft, wir aber erst am 23.12. nach Hainan fliegen. Würden wir rechtzeitig nach Hong Kong reisen, wäre unser Aufenthalt sehr kurz, außerdem sind die Flüge in dieser Zeit teuer. Deswegen wollen wir für das zusätzliche Fluggeld einfach ihr Visa verlängern. Die örtlichen Behörden in Kunming stellen sich aber dumm an und behaupten, dass es immer 7 Tage dauern würde. Hätten wir den Pass heute abgegeben, hätten wir es am Mi, den 23.12., ab 10Uhr abholen können. 40min vor unserem Abflug. Na Danke! Und Express-Service gibt es nicht -_- . Nun sind wir schon seit Tagen am Lösungen suchen, denn Überziehung kostet pro Tag 50Eur. Unsere letzte Hoffnung ist Haikou oder Jinghong und die Hoffnung, dass es schnell geht. Denn wir sollten den Flug heute buchen.


Dass chinesischer Verkehr, chinesische Städte und chinesische Beratung zeitraubend und nervig sein kann, hat sich heute wieder einmal auf dramatische Weise bestätigt. Ich möchte der Länge wegen nicht die ganze Geschichte im Detail erzählen, aber es geht darum, dass wir für die Jinghong Tickets quer durch die Stadt von einer Seite zur nächsten gehetzt sind. Jeder, den wir fragten, erzählte und etwas anderes oder nur die halbe Information, mit der wir wieder neu fragen mussten und wieder unterschiedlichste Meinungen hörten. Das Ergebnis war 3h Busfahrt (und chinesische Linienbusse sind NICHT wie in Deutschland) und endlos erscheinende Fußmärsche. Wenigstens passt jetzt alles. Nur doof, dass wir die selbe Strecke um halb acht schon wieder bestreiten müssen (der östliche Fernbahnhof ist ungelogen am Arsch von Kunming) und dass alles nur damit wir 10h in einem Schlafbus liegen dürfen, für den ich nicht einmal Schlaftabletten hab. Meine erste Ladung hab ich dummerweise liegen lassen und neue habe ich mir nicht besorgt, weil mich das sicherlich mehrere Stunden gekostet hätte (das Krankenhaus hier ist nicht so verlassen, wie das in Yuanyang). Drückt uns die Daumen, dass wir auch so heil im Süden Yunnans ankommen.