Samstag, 28. November 2009
Die letzten Interviews und mein letzter Arbeitstag (28.11.09)
Ich steh‘ mit meiner Forschung kurz vor dem Ende. Letzte Woche hielt ich ein Interview mit drei Kolleginnen gleichzeitig. Durch die unerwartete Dauer aber, musste das Interview auf zwei Abende aufgeteilt werden. Jetzt stehen mir nur noch zwei Interviews mit Eltern bevor und dann bin ich mehr oder weniger fertig. Ob ich genügend und vor allem die richtigen Daten gesammelt habe, wird sich im Januar beim Schreiben der Arbeit rausstellen.

Es ist schon ein bisschen schade, dass ich nun mit allem fertig bin. Nicht nur im Kindergarten hab‘ ich nette Leute kennengelernt oder wurde von Kindern in ihr Herz geschlossen. Auch außerhalb oder vor allem dort kam ich mit Leuten in Kontakt, die ich gerne ausführlicher kennen würde. Mittlerweile wünsche ich mir umso mehr das Stipendium für Nanjing oder Beijing zu erhalten, damit ich die Chance habe die Leute wiederzusehen.

Die letzten Tage im Kindergarten verbrachte ich hauptsächlich damit noch Fotos und Videos zu machen. Vor allem wollte ich die dämlichen Bewegungsabläufe der Tänze festhalten. Aber leider kam es nicht mehr zu Stande, dass die Übermotivierten es vorführten und manche Lieder wurden gar nicht mehr angespielt. Für den letzten Abend dann besorgte ich eine große Torte, auf der in Chinesisch „Mi Saifan sagt Tschüss“ geschrieben stand. Diese wurde mit viel‘ Alberei und Beschmierung meines Gesichtes gegessen. Doch wie es sich für ne chinesische Party gehört, sitzt man nicht einfach nur faul auf seinem Platz und frisst, sondern verlangt von seinem Ehrengast ein Tänzchen! -_- Und als das vorbei war noch ein Ständchen dazu. Aber davor hab ich mich gedrückt =P. Außerdem wurde „Reise nach Jerusalem“ und „Jeder darf ein Foto mit Stefan machen“ gespielt. Einer nach dem anderen kam nach vorne, posierte neben mir und wurde auf Zelluloid festgehalten. Manch eine ohne Kommentare, manch eine mit viel Gegröle und der Aufforderung mir einen Kuss zu geben (was sich aber niemand traute. Erst bei einem anderen Spiel wurde Han Zhihui so lange genötigt, bis sie mir einen Kuss auf die Backe gab). Als dann die normalen Fotos zu langweilig wurden, durfte ich noch eine Lehrerin auf den Armen halten oder mit zwei anderen Chachacha Tanzen. Dumm nur, dass sie es nicht konnten und ich es ihnen innerhalb einer Minute beibringen sollte -_-´ .

Um 18:45Uhr war ich hinterher auf dem Nachhauseweg, um mich 19:30Uhr schon wieder mit den Engländern und einigen anderen Leuten zum Essen zu treffen. Es wurde mit reichlich Speis und Trank gefestet und im LPG, der Stammbar der Jungs, weitergemacht. In dieser wird Dart oder Tischfußball gespielt gespielt und Bier zum Mengenrabatt aus Bierkrügen getrunken. In Amerika nennt man übrigens Tischfußball nicht „table football“ wie in England, sondern „foosball“. Also man benutzt den Begriff, der eigentlich den echten Sport bezeichnet ^^. In dieser Bar bleibt man dann bis nach Mitternacht, um irgendwann ins Le Bang weiterzuziehen. Aber auch nur bis 2 oder 3 Uhr nachts ca, weil es dann schon langsam Zeit wird ins Jazz Corner zu fahren. Der am längsten geöffneten Location in Qingdao, in der das Publikum gemischter ist, als im ausländerüberrannten Le Bang.
Ich hab mich gestern aber schon um halb 2, nachdem der Rest in Richtung Le Bang zog, aus dem Staub gemacht. Mir war nicht sonderlich nach Tanzen und außerdem steht mir ein langer Tag heute vor. Heut‘ Nachmittag werde ich Fußball spielen bis 16:30Uhr ca, dann ne Stunde nach Hause fahren, duschen und soweiter und wieder ne dreiviertel Stunde nach Taidong fahren. Dort geh ich mit Wenwen essen und hinterher in die englische Vorführung des Films 2012 von Roland Emmerich.

Oh, stimmt ja. Erinnert ihr euch an Sunny, dem Chinesen von der Bushaltestelle, der mich zum Essen einladen wollte? Nachdem ich ihn fragte, ob er tatsächlich nie werktags Zeit hätte, meldete er sich nicht mehr und ich meinte, dass es ihm wohl zu blöd sei. Aber gestern kam wieder eine SMS. In Englisch fragte er mich, wie es mir ginge. Ich antworte, auch in Englisch. Daraufhin las ich aber nichts mehr.
Und dann noch eine erfreuliche Nachricht für das Ende: Ich habe das Rätsel um meinen quietschenden Rucksack gelöst. Es waren die gespannten Materialen, die auf der Plastikplatte im Innern hin und her geschoben wurden und dabei dieses Geräusch produzierten. Wenn ich nun diese Verstärkung mit einer Lage Stoff ummantel, dürfte das Problem aus der Welt geschafft sein.


Bild 1: Meine Englisch-Gruppe
Bild 2: Die Torte. 14Eur das gute Stück. Ca 30cm Durchmesser?
Bild 3: Haha
Bild 4: Durch sowas musste ich durch. Und anfänglich wollten sie sogar, dass ich die Frau hochheb, wie ich es mit der davor getan habe. Oh Gott, Hilfe. Bin ich Herkules oder was O__O

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