Freitag, 25. September 2009
Chinas Geburtstag Teil 1 (Fr, 25.09.09)
Am 1. Oktober 2009 ist es soweit: der Geburtstag der Volksrepublik China (ja nicht zu verwechseln mit der Republik China, die ihr auf Taiwan findet ;) jährt sich zum 60sten Mal. Dass so ein Ereignis gebührend gefeiert werden muss, das versteht sich von selbst. Doch das muss man den Chinesen nicht sagen. Deswegen werden überall im Land Vorbereitungen getroffen und die Städte geschmückt. In Qingdao sind das große, aus Blumen zu scheinen bestehende, Tafeln. Außerdem wurden an jeder zweiten Laterne von größeren Straßen jeweils zwei Nationalflaggen errichtet. Und an wirklich jeder Laterne, und das nicht nur von den ganz großen Straßen, Schilder mit folgender, pittoresker Aufschrift: Lang lebe die großartige Volksrepublik China! Das andere Schild, das immer daneben hängt muss ich noch übersetzen ;-).
Wird abzuwarten sein, was noch so alles in der Zeit passiert. Die Feiertage beginnen am 01.10. und gehen eine Woche. In dieser auch „Goldenen Woche“ genannten Zeit haben irgendwie ALLE frei. Dementsprechend überfüllt ist jeder Ort, der irgendwie lohnenswert zum Anschauen sein soll. Man erinnere sich an die Woche als ich das erste Mal in China war. *apathisch-und-zitternd-daran-zurück-erinner* ;-)
Was genau ich/wir dort machen werden, ist noch nicht klar. Einfach in Qingdao zu bleiben ist auch zu schade, wenn man schon mal mehrere Tage am Stück frei hat. Werde euch auf dem Laufenden halten.
Oh mein Gott, es ist ja schon so spät! Ich muss in ner halben Stunde in der Stadt sein. Treffe mich dort zum Essen mit paar Mädels, die morgen das Land wieder verlassen werden. Das schaff ich ja nie, außerdem bin ich noch gar nicht hungrig. Aber was essen muss ich, bevor ich mich nachher zum Tanzen treff. Der Tim, ein weiterer ungarischer Mitbewohner und ich treffen uns mit dreien von der nigerianischen Marine. Einen davon hab ich beim Kaffee trinken kennen gelernt. Die haben ein bilaterales Abkommen mit China und nun sind sie hier auf einer viermonatigen Fortbildung. Aber Weggehen bedeutet erstmal wieder, bevor wir einen Club betreten, ne Flasche Baijiu zu leeren (man erinnere sich: Baijiu = 60% meist eklig schmeckender Schnaps). Dabei haben wir zur Freude des Lebens erst gestern um 18Uhr eine gekippt, damit der Film Waynes World noch lustiger wird ^^. Naja, was tut man nicht alles. Man hat’s halt nicht leicht. Aber was mach ich nun? Mich beeilen oder absagen? Da ich mich aber eh um 21Uhr mit den anderen treffe, werd ich mich wohl beeilen und rüberfahren. Was bedeutet, dass hier nun Schluss mit Schreiben ist. Habt eh schon genug von meinem Nonsense gelesen =).

Machts gut und wünscht mir Glück,
Stefan

PS: Zum Glück gehn wir heute Abend und nicht morgen weg. Hab heute auf der Arbeit erfahren, dass wir am So arbeiten müssen -_-



Von Straßennamen, Roten Wellen und Fahrrädern (Fr, 25.09.09)
Kann mir mal jemand erklären, weswegen es mehrere Haltestellen mit demselben Namen gibt? Klar, sie liegen an derselben Straße, aber an völlig unterschiedlichen Enden. Wie soll man denn dann das eh schon so komplizierte Busnetz verstehen, wenn man somit nicht einmal mehr so ohne weiteres nachprüfen kann, ob es eine andere Linie gibt, die an derselben Station vorbei kommt. *kopfschüttel* , ich muss mal bei Gelegenheit so einen Fahrplan euch zeigen, damit ihr die Schwierigkeit leichter nachvollziehen könnt. Deswegen kam ich dem letzt auch zu spät zu einem Treffen. Ich war schon zu spät dran und war deswegen froh darüber, dass gerade ein Bus kam, in dem ich noch nie saß, der aber zufällig an derselben Station vorbeikommt. Dummerweise bog der Bus an der nächsten Kreuzung rechts ab, anstatt noch einen Kilometer nach unten zu fahren. Dummerweise hielt er dann auch schon wieder an der nächsten Parallelstraße, wodurch ich vielleicht 5min von meinem Haus entfernt war und den Rest nach unten laufen durfte, was eine halbe Stunde benötigte.
Aber es gibt auch Gutes zu berichten vom chinesischen Straßenverkehr, wenn man das verwirrende jedoch super ausgebaute und alle Teile miteinander verbindende) öffentliche Verkehrsnetz, die zum Teil mega überfüllten Straßen (aber jeder will nun mal irgendwann den Luxus Auto genießen) und die Gittersperren in der Mitte (die nur an wenigen Zebrastreifen und Kreuzungen unterbrochen sind, über die man aber mit etwas Geschick springen kann) vergisst. Aber eigentlich ist es von Grund auf weder schlecht noch gut, sondern kommt auf das Temperament des Fahrers an. Ich spreche von roten Ampeln. Ich bin nun schon mehrere Male nachts von der Innenstadt mit dem Taxi nach Hause gefahren. Normalerweise zahle ich für die 10km ca. 23RMB, aber manchmal auch 33RMB. In Deutschland gibt es die Grüne Welle, in China die Rote Welle. Es gab Abende, an denen wir fast an jeder Ampel standen, und das manchmal ne ganze Minute lang (in China gibt’s ja oft runter zählende Zahlen an den Ampeln). Wäre ja auch sinnvoll, wenn andere Autos passieren würden oder die Kreuzungen klein und uneinsichtig wären, aber das ist in meinem Außenbezirk nicht der Fall, weswegen andere Wagen oder vollbeladene LKWs ungebremst über die Kreuzung rasen oder einen leichten Schlenker in die Seitenstraße machen, um hinter auf der eigentlichen Strecke weiterzufahren. Vor ein paar Tagen hatte ich dann endlich das Glück einen Taxifahrer zu erwischen der die zweite Methode beherrschte und anwandte. Somit war ich schneller zu Hause und musste nicht traurig mit ansehen wie der Taxameter während dem Warten an der Ampel steigt. Ich überlege sogar schon beim Einsteigen die Fahrer zu fragen, ob sie an roten Ampeln halten oder nicht ^^.

Die Frage ob ich mir ein Fahrrad besorgen soll oder nicht, habe ich mehr oder weniger abgehakt. Zwar stehe ich gerade einem super Angebot gegenüber, durch das ich ein neues Mountainbike, gefedert, für nur 200.- anstatt 500RMB erhalten könnte. Alles schön und recht, aber man braucht Ziele, bevor man sich ein Fahrrad zulegt. Und die einzigen Ziele, die ich hier in der Nähe hätte, sind der Kindergarten und vielleicht noch das Meer. ALLES andere liegt außerhalb bequemer Reichweite oder ist nicht vorhanden (wie ein Park oder so). Zudem ist hier alles sehr hügelig und ich kann für nur 10 oder 20ct mit dem Bus fahren, der in meiner Ecke hier auch nicht so ekelig überfüllt ist. Außerdem ist die Strecke zum Kindergarten nicht ganz so klein. Wenn ich sie mit dem Fahrrad zurücklegen wollte, müsste ich weit früher als 7Uhr aufstehen und das ist schlicht und ergreifend ein Todschlag-Argument. Es siegt also wieder einmal die Faulheit...hey, gar nicht wahr! Meine Argumente sind echt gut! Und zusätzlich brauch ich nun nach der Zeit hier keinen Käufer finden, der mir das Fahrrad abkauft. So und nun Ruhe, ich will nichts mehr darüber hören. Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung und ich schloss sie nicht, weil ich nur zu faul bin!